Beiträge

Von der Ernährungswissenschaft zu Ernährungsempfehlungen in 6 Schritten

Ernährungsempfehlungen – 6 Schritte

Ernährungsempfehlungen in 6 Schritten

Im folgenden werde ich mich der Frage widmen, wie eigentlich Ernährungsempfehlungen entstehen. 
Die Antwort auf die gestellte Frage scheint intuitiv auf der Hand zu liegen. Ernährungsempfehlungen, wie die 10 Regeln der DGE oder die Ernährungspyramide der USDA sind durch objektive Wissenschaft entstanden und rein rationaler Natur, oder? Den Weg von der Ernährungswissenschaft zu offiziellen, normativen Ernährungsempfehlungen werden wir im heutigen Blogbeitrag in sechs Schritten nachvollziehen. Anschließend nehmen wir eine kritische ernährungspsychologische und -philosophische Perspektive ein. Viel Spaß beim Lesen und danke für deine Aufmerksamkeit. Weiterlesen

Orthorexie - Die Geschichte von Mark

Orthorexie – Die Geschichte von Mark

In der heutigen Essgeschichte geht um die tragische Geschichte des Fitnessinfluencers Mark. Wie immer sind Identitäten durch Veränderung von Namen, Orten und Handlungen geschützt. Für einige Menschen auf den sozialen Medien mag sich diese Geschichte möglicherweise trotzdem wie ein Spiegelbild anfühlen. Das ist leider nicht vermeidbar, weil das Phänomen, das ich mit dem kontrovers diskutierten Namen „Orthorexie“ beschreibe, auf Instagram, Facebook, YouTube und Co. so stark zelebriert und idealisiert wird, dass krank und gesund in einem wirren Zerrbild ineinander zerfließen. Dieser Blogbeitrag erzählt die „Erfolgsgeschichte“ der Orthorexia nervosa anhand von Ereignissen im Leben von Mark.  Weiterlesen

Das Unbehagen im dicken Körper

Das Unbehagen im dicken Körper

Das Unbehagen im dicken Körper

1930 schrieb Sigmund Freud eine seiner bedeutendsten Schriften: Das Unbehagen in der Kultur. Er beschreibt darin, wie das moderne Individuum aggressive Triebe und animalische Lust unterdrücken muss, um die kulturell-gesellschaftliche Stabilität nicht zu gefährden. Diese Unterdrückung führt laut Freud (stark verkürzt) zum „Unbehagen in der Kultur“. Freud lebte in einer Zeit, in der die Sexualität (besonders die weibliche) von extremen Repressionen umzingelt war. Es war die Zeit der Hysterie. Heute ist die Lust am Essen von extremen Repressionen umzäunt (besonders die weibliche). Es ist die Zeit der Diäten und die der Essstörungen. Im heutigen Blogbeitrag geht es um das Unbehagen im dicken Körper als die Verkörperung des Unbehagens in der Kultur des 21. Jahrhunderts. Dabei widmen wir uns auch der Paradoxie, dass extremes Dick- und Schlanksein vielleicht näher beieinander liegen könnten, als man dies auf den ersten Blick vermuten würde.

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Der essende Mensch - Homo manducare

Der essende Mensch – Homo manducare

Der essende Mensch

Die Wirtschaftswissenschaften haben ihre eigene Frankenstein-Geschichte geschrieben. Diese Geschichte handelt vom Homo öconomicus. Einem Menschenschlag, der sich dem vermeintlich Rationalen verschrieben hat. Lust- und gefühlsfeindlich, ist radikale Nutzenmaximierung seine neue Religion. Dabei wird keine Sphäre des menschlichen Lebens ausgelassen. Auch die Nahrungsaufnahme ist längst Teil des Einflussbereichs vom Homo öconomicus geworden. Wir sprechen dann von „gesunder Ernährung“ als Zufuhr der „objektiv richtigen“ Nährstoffe. Dabei kann eine rein rational-ökonomische Beschreibung niemals adäquat beschreiben, was Essen ausmacht. Nebenbei sei erwähnt, dass es „die eine gesunde Ernährung für alle“ nicht gibt. Wer das Phänomen „Essen“ wirklich verstehen möchte, muss sich dem essenden Subjekt, dem Homo manducare zuwenden. Also: Wer oder was ist der essende Mensch? Weiterlesen

Dicke Menschen und Ernährung

Dicke Menschen und Ernährung

Dicke Menschen und Ernährung

Dicken Menschen wird normalerweise (meist ungefragt) geraten, dass sie abnehmen sollten. Dieser Ratschlag ist der wissenschaftlichen Evidenz zu Folge für viele gar nicht umsetzbar. Es gilt jedoch als common-sense, dass dicke Menschen lediglich ihre Gewohnheiten verändern müssten. Also einfach weniger essen und mehr bewegen. Dieser Beitrag soll diese Handhabung kritisieren, aber keineswegs den Eindruck erwecken, dass Ernährungs- und Bewegungsverhalten keine Relevanz für die Gesundheit hätten. Ganz im Gegenteil. Mehr dazu im heutigen Blogbeitrag. Weiterlesen

Körperfett - ein unterschätztes Organ

Körperfett – ein unterschätztes Organ

Körperfett – ein unterschätztes Organ

Wenn wir im gesellschaftlichen Diskurs über Körperfett sprechen, dann nahezu ausschließlich im negativen Sinne. In besagtem Diskurs wird stets darüber gefachsimpelt, wie man das Körperfett möglichst schnell, effektiv und langanhaltend loswerden könne. Trotz der Vielzahl verfügbarer Diäten ist Körperfett für die meisten Abnehmwilligen der absolute Endgegner. Es gilt als hässlich, nervig und ungesund. Aber was wäre, wenn Fett auch positive, schützende Eigenschaften hätte? In diesem Blogbeitrag widmen wir uns dem unterschätztesten Organ im menschlichen Körper und schneiden die Frage an, wie das Körperfett einen so schlechten Ruf bekommen konnte. Weiterlesen

Brief einer Klientin

Brief einer Klientin

Brief einer Klientin

Über die Möglichkeiten und Grenzen von Ernährungsberatung

Am 20.06.21 bekam ich eine sehr wertschätzende Nachricht von meiner allerersten Klientin nach der Gründung von VerumVita. Auf Nachfrage bekam ich die Erlaubnis den nachfolgenden Brief zu veröffentlichen. Weiterlesen

Esskultur und Individuum

Esskultur und Individuum

Esskultur – Du bist gut so wie du isst

Immer wieder kommen Menschen zu mir in die Ernährungsberatung, die fest davon überzeugt sind, dass sie sich falsch ernähren würden. Oftmals geht damit das Gefühl einher, dass etwas mit ihnen selbst nicht richtig sei. Sie wünschen sich dann von mir, dass ich sie bzw. ihre Art sich zu ernähren „richtig“ oder „heile“ mache. Oftmals reagieren diese Menschen mit Erstaunen und Überraschung, manchmal auch mit Wut und Enttäuschung, wenn ich ihnen sage, dass ich das nicht kann. Doch unser momentanes Essverhalten das Ergebnis unserer individuellen und kulturellen Entwicklungsgeschichte. Also nichts, was einfach heile gemacht werden könnte. Wenn überhaupt kann sich Esskultur weiterentwickeln. Weiterlesen

Social-Media-Diät

Social-Media-Diät

Social-Media-Diät

Social Media, also Facebook, Instagram, Twitter, YouTube etc. sind in seit ihrer Entstehung vor wenigen Jahren, allgegenwärtig geworden. Für mich als 28-jährigen fühlt sich ein Leben ohne Social Media wie ein verschwommener Traum aus einem anderen Leben an. Dabei bin ich einen Großteil meines Lebens komplett ohne Facebook, YouTube & Co. aufgewachsen. Für die Kinder und Jugendlichen mit denen ich zusammen arbeite, ist das unvorstellbar. Wie kann man denn überhaupt ohne Social Media leben? Ich werde es ausprobieren. Am Samstag fahre ich in den Urlaub und werde mich vom 20.07. bis zum 31.07.2019 komplett auf eine Social-Media-Diät setzen. Außerdem erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag, welche Auswirkungen Social-Media auf unsere Essgewohnheiten haben kann. Weiterlesen

Mere-Exposure-Effekt

Mere Exposure Effekt

Mere Exposure Effekt

Der wichtigste Einflussfaktor auf uns und unsere persönliche Entwicklung ist das Handeln der Menschen in unserem Umfeld. Ein gutes Vorbild zu sein, entspricht nicht nur den Ansprüchen, die wir an Eltern im Bezug auf Ihre Kinder haben sollten. Jeder Mensch besitzt eine Vorbildfunktion zu jeder Zeit, in der er oder sie mit anderen Menschen interagiert. Wir sind von frühester Kindheit darauf fokussiert, das Verhalten von anderen Menschen zu adaptieren. Je häufiger wir einen Menschen oder das Verhalten von Menschen beobachten, desto eher orientieren wir uns daran und übernehmen das besagte Verhalten. Auch wenn wir bei bestimmten Handlungen bewusst entscheiden können, ob wir sie adaptieren oder nicht. Grundsätzlich gilt, dass wir etwas umso mehr mögen, je häufiger wir damit konfrontiert sind. Wir nennen dieses Phänomen in der Wissenschaft Mere-Exposure-Effekt. Weiterlesen