Muße: Die Zeit, die zu nichts gut ist
„Ich will einfach, dass es aufhört“, sagt Jonas und tippt sich an die Schläfe. Ein Kollege nimmt seit Monaten die Spritze und sagt, das Beste sei nicht das Abnehmen, sondern dass der Kopf endlich still werde. Jonas will nicht abnehmen – er will Ruhe. Aber lässt sich Ruhe verabreichen? Dieser Beitrag zeigt, dass wir mindestens vier ganz verschiedene Dinge „Ruhe“ nennen – Erschöpfung, Entspannung, Langeweile und Muße – und ausgerechnet die eine, nach der Jonas sich sehnt, die sich nicht herstellen lässt. Über die Kolonisierung der Pause durch Achtsamkeits-Apps und Schlaf-Scores, über Josef Piepers „Muße und Kult“ und die vergessene Herkunft unseres Wortes Schule, über Senecas Von der Kürze des Lebens und Byung-Chul Hans Lob der Untätigkeit. Und über eine kleine Erlaubnis, die schwerer zu geben ist als jeder Ratschlag: dass etwas zu nichts gut sein darf. Teil 3 der Reihe „Besser leben“.
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