Der vermessene Bauch: Mikrobiom-Tests, Fibermaxxing und das Organ, das sich nicht befehligen lässt
Anke schiebt mir vierzehn Seiten über den Tisch – Diversity-Score, Ampelfarben, gute und schlechte Bakterien –, zeigt auf ein rotes Feld und fragt nach ihrem Frühstück: „Und darf ich das jetzt noch essen?“ Sie fragt nicht, ob es ihr guttut. Sie fragt, ob sie darf. Der Darm ist die nächste Grenze der Selbstvermessung: Mikrobiom-Tests versprechen, das letzte Bauchgefühl in Daten zu übersetzen – und delegieren ausgerechnet das Organ der Intuition an ein Labor. Über eine Regel, die auf 41 Menschen beruht; über Fibermaxxing und die Grammatik des Maximierens; über Freuds Kränkungen und eine vierte, die unsere Kultur sofort in ein Projekt verwandelt hat. Und über das beste Gegenbild, das die Biologie zu bieten hat: ein Ökosystem, das man pflegen, aber nicht steuern kann.
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